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Charaktersache

Wer wie ich im Jahre 1961, Ostern war´s, eingeschult wurde, der musste Position beziehen, von Anfang an, hart und klar und unerbittlich. Schon mit sechse stand man vor einer der folgenschwersten Entscheidungen seines späteren Lebens: Pelikan oder Geha. Während der blaue Füller der Firma Pelikan nicht mehr war, als ein plastikgewordener Abklatsch des mittelalterlichen Griffels, so war der grüne von Geha, ausgestattet mit geriffelten Griffmulden für Daumen und Zeigefinger, eine Innovation erster Güte. Auch wenn´s das Wort „Innovation“ damals im gemeinen Sprachgebrauch noch gar nicht gab. Den Geha benutzende Erstklässler hatten im Gegensatz zu den „Pelikanen“ schon mit sechs Lenzen einen ungleich weiteren Horizont, eine Weitsicht tief in die Zukunft hinein, und einen Stil. Ja, Stil hatten wir Gehaner, ein Hauch aristokratischer Noblesse umgab uns, keine Frage, und wir wussten das genau!

Die nächste Entscheidung war dann mit zehn zu treffen, wieder etwas Epochales: Trix oder Märklin. Modelleisenbahner mit einem über den Tag hinausgehenden Anspruch an Technik und Ästhetik verachteten das integrierte Schotterimitat der Märklin Schiene, pfui! Trix war der Name einer fortschrittlichen Nachkriegsgesellschaft, Trix, knapp, einprägsam, einfach Trix, trixi, trixissimo. Es gab hier noch eine weitere Kategorie zehnjähriger Eisenbahner, eine Kategorie nicht Fisch nicht Fleisch, in etwa FDP, westerwellisch sozusagen, ekelhaft: Fleischmann. Wer über die Größe der Entscheidung nicht verfügte, damals schon nicht verfügte, der ließ sich eine Fleischmann-Bahn schenken. Niemals wurde ein Fleischmann zum Sportwart gewählt, niemals!

Nach der Konfirmation kamen weitere Entscheidungen auf den Pubertierenden zu, Entscheidungen ungeahnten Ausmaßes, Entscheidungen wie sie nie zuvor getroffen werden mussten – und vielleicht nie wieder danach: Beatles oder Stones, McCartney oder Jagger. Man stand mit dem Rücken an der Wand, kein „Sowohl-als-auch“ galt hier, nein, es ging um .. ja, eigentlich ging es um Alles! Wer hier versagte, wer hier zwischen den Fronten herumtappte oder zu desertieren versuchte, war geliefert, begraben, verscharrt auf Immer-und-Ewig, AUS! Es gab später Vergleichbares, z.B. Uriah Heep oder Tremeloes, Lady in Black oder Hello Buddy. Auch hier trennten sich die Geister, aber nicht derart drastisch wie zwischen Stones und Beatles. Eher wie die Charaktersache: Flipper oder Tischfußball. Oder vielleicht noch: Cola oder Sinalco. Das heutzutage übliche „Mal-hier-mal-da“ zwischen McDonald´s und Burger King hätte für uns damals das Stigma von Verrat gehabt – Schlückchen Cola hier, ein Strohhälmchen voll Sinalco dort, UNDENKBAR! Aber in einer Zeit von Protestwählern und sonstiger Demokratieschänder wundert man sich ja über gar nix mehr.

Die letzte Entscheidung der Jugend bahnte sich mit 18 an: Ford Capri oder Opel Manta. Im Gegensatz zu den früheren Tragweiten kamen hier die Mädels mit ins Boot – es ging um nicht weniger als um den Erhalt der Art! Manta-Ehen sollen länger gehalten haben, sagt man, ich weiß es nicht.

23.2.08 14:39


Sein oder nicht sein

Das „Sein oder nicht sein“ aus Shakespeare´s Hamlet ist ja allgemein bekannt, jeder kennt diesen Ausspruch. Aber was steckt dahinter? Was will uns Shakespeare mit dem berüchtigten Hamlet-Monolog sagen? Es ist interessant und für den einen oder anderen wohl auch verblüffend, kann ich versprechen, also dranbleiben für die nächsten vier Minuten – der Meister kleinbürgerlicher Erklärungskompetenz ist am Mikroskop, los geht´s:

Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Meint: Leben oder sterben steht zur Disposition, nä.

Ob´s edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden, oder sich wappnend gegen eine See von Plagen durch Widerstand sie enden?

Issis nun angesachter, den ganzen Scheiß des Daseins über sich ergehen zu lassen, oder … einfach Schluß machen?

Schlafen, und zu wissen, dass ein Schlaf das Herzweh und die tausend Stöße endet, die unsres Fleisches Erbteil, ist ein Ziel auf´s Innigste zu wünschen.

Naja, die Biege machen, seine Ruhe haben, ist schon ein geiles Ziel.

Schlafen, sterben, was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, wenn wir den Drang des Irdschen abgeschüttelt, das zwingt uns stillzustehen.

Und weil wir nich wissen, wie´s nach dem Tode weitergeht, ham wir Schiß (könnte ja noch bescheidener werden als vorher) und trau´n uns nich …

Das ist die Rücksicht, die Elend lässt zu hohen Jahren kommen.

Tja, und darum bleibt alles beim Alten.

21.2.08 17:03


Gleitsichtbrille

Im Grunde ist das Leben recht einfach: Entweder man stirbt jung – oder man wird alt. Und das Altwerden hat sicherlich so seine Tücken. Zum Beispiel das Nachlassen der Sehkraft. Irgendwann wird Lesen zur Glückssache. Ich ging zum Augenarzt, bekam bestätigt, was ich schon wusste und die Empfehlung, mir eine Gleitsichtbrille zuzulegen.

 Also ab zu Wenigmann, dem Unglaublichen. So ein Optikerladen erschien mir nicht ganz artgerecht. Steril, grell beleuchtet und überall Leute, die sich an den bespiegelten Wänden langdrückten, hin und wieder in die Unüberschaubarkeit der Gestelle greifend, Brillen aufsetzten, in den Spiegel kuckten, Kopf nach links drehten, kurz noch nach rechts, frontal – nein, zurück damit ins Regal. Eine Art Freizeitbeschäftigung schien das zu sein, die Leute machten einen durchtrainierten und entspannten Eindruck, keine Kurzatmigkeit, stramme Waden. Ich fühlte mich deplaziert, mit der Situation überfordert, unsportlich, verloren in Wenigmanns Reich. Dann trat ein angestellter Jüngling auf mich zu. „Kann ich Ihnen behilflich sein?“, richtete er das Wort an mich. Aber sein Blick verriet anderes. Er musterte mich, tat mich ab: Alternder Feudel, mag er gedacht haben, und nich mal richtig kucken kanner mehr. Seine verachtende Überheblichkeit war geradezu hörbar. Du gelacktes Bürschchen, Du antiseptischer Nadelstreifenschwengel, dachte ich, Du Angehöriger einer Generation von Schnittblumen, ohne je Wurzeln gehabt zu haben wirst Du verwelken. Du hattest vermutlich nicht einmal eine Mutter, die Dir nächtelang die Waden kalt gewickelt hat, Du hattest bestimmt auch keine Oma, die im Herbst eingeweckt hat: Birnen, Gurken oder Kirschen. Du hast als kleiner Junge nie stundenlang in die Einweckgläser gekuckt wie in ein Aquarium, für Dich waren schwarze Nelken zwischen den halben Birnen keine Black Mollies, die Zwiebelscheiben zwischen den Gurken keine vorbeisegelnden Skalare, nein, Du hast Wick Medinait weggeschlürft und Dein Kompott kommt aus dem Discounterregal, Du erbährmlicher Konsument des 21sten Jahrhunderts, Du ahnungsloser Endverbraucher, Du … „Ja, Tach, ich brauch ne Brille“, sagte ich, “vielleicht Gleitsicht“. „Gut, dann kommen Sie bitte mal mit“, sagte der Schnösel und nach einer knappen Stunde der Peinlichkeiten, der Entwürdigung des Alters vor der Jugend, hatte ich sie: Meine Gleitsichtbrille. Gleitsichtbrillen für 99 Euro sind reine Werbung, die Wirklichkeit ist härter, viel härter: 600 Euronen hatte ich fortan auf dem Kolben sitzen. Aber die Tragödie begann erst noch …

So eine Gleitsichtbrille funktioniert nicht etwa in horizontalen Schichten, wie ich dachte, unten Lesen, inner Mitte Fernsehn und oben Autofahrn. Nö, voll daneben, es ist ungleich komplizierter! Der Gleitsichtschliff verläuft mehr in Form eines längs halbierten dicken Champignons, die Schärfenbereiche verlaufen pilzförmig: Lesen im verdickten Stammfuß, fernsehn irgendwo im Stiel und den Rest der Welt versucht man im Pilzkopf einzufangen. Für den praktischen Gebrauch bedeutet das eine beträchtliche Belastung der Halswirbelsäule, denn man ist ständig am Kopfdrehen, nach links, dann kreisend nach rechts, etwas nach oben, mehr nach links und dann doch wieder nach unten. Bevor man mit der Schärfensuche einigermaßen vertraut ist, muß der Oberschenkelbruch abgeheilt sein, denn die erste Treppe mit Gleitsichtbrille rauscht man in höchstem Maße desorientiert runter wie sonst nur bei der Drei-Schanzen-Tournee zu bestaunen. Nach den tristen Wochen im Krankenbett möchte man sich dann der Schönheit der Welt widmen, man gönnt sich ja sonst nix, und geht in die aktuelle Ausstellung in der städtischen Kunsthalle, Impressionisten sind Balsam für die gebeutelte Gleitsichtseele, denkt man, und steht dankbar vor der Kunst an den Wänden, Monet, herrlich. Oder doch nicht? So ein Gemälde hat natürlich seine Größe, ich meine seine Ausmaße. Und was setzt dann ein? Genau, das obligatorische Kopfdrehen, das Suchen nach der Schärfe. Was denken die Leute? Da steht einer vor den Seerosenfeldern von Monet und wackelt mit der Birne, dreht in alle Richtungen, vertikales Kreisen setzt ein, dann ein kurzes Zurück, nein, doch wieder ein Stück nach vorn … Es gibt wohl drei Deutungsmöglichkeiten: Da wäre der Ästhetikprofessor, der Kunstsachverständige aus der Schweiz, die Korriphäe der Heidelberger Uni. Zweite Variante wäre der motorikgestörte Vollidiot, der verblödete Selbstdarsteller. Und an letzter Stelle käme vielleicht der bedauernswerte Gleitsichtbrillenbesitzer, ein armer alter Mann am Klippenrand seiner Selbstachtung, jederzeit zum Sturz in den Abgrund bereit.

Naja, alles hat nun mal seine zwei Seiten, so auch die Gleitsichtbrille. Wirklich brauchbar ist das optische Gerät beim SMS-Schreiben oder Lesen bei 170 auf der Autobahn bei Nacht und Regen. Ohne Brille sehe ich weder das Display noch die Bremsleuchten vor mir, klar. Mit Normaleisen seh ich die Leuchten, kann aber nicht simsen. Mit Lesegläsern kann ich simsen, baue aber einen Auffahrunfall nach dem nächsten. Hier spielt die Gleitsichtbrille ihre Kunst voll aus: Alles ist möglich, Klasse!

 

21.2.08 13:05


Tag der Offenen Tür

„Du“, sagte meine Frau, „da gehen wir hin!“. „Wohin, Liebes?“, sagte ich. „Na, zum Tag der Offenen Tür im Segelflugverein, ganz in der Nähe, das kucken wir uns mal an. Und Du kannst da bestimmt ´ne Wurscht essen …“. Damit kriegt sie mich immer, fast immer, wir also hin. War ´ne Menge los, und ´ne Menge Segelflieger war´n auch da. Und natürlich die dazugehörigen Segelflugzeuge, logo. Und ich aß meine Wurscht – leider.
„Mänsch“, rief meine Frau, „hier kannste mitfliegen, für 5 Euronen, das machen wir!“. „Du machst das …“, warf ich ein. „Nee, Du auch, los, sei keine …“. „Na, na, na, Vorsicht jetzt!“, mahnte ich an. Sie war die erste. Mit der Winde hochgezogen, huiiii und weg war se. Dann ich. Ein netter Pilot wies mich ein. „Büschen eng hier, die Beine vielleicht so …, ja, gut, und bitte anschnallen, hier, so, gut“. „Danke, Danke“, sagte ich, noch rosig. Die Beschleunigung beim Windenstart war nicht übel. Ich wünschte, mein Nissan könnte das auch, dachte ich so. Ach ja, einmal vor Unerbittlichem stehen, einmal wie ein Adler den Himmel zerteilen, schwerelos, der Sorgen enthoben, dem Alltag entkommen, mal raus aus der Kleinbürgerhölle … ahhh, Freiheit, wie ist dein Name?

Aber irgendwie war etwas anders. Der Pilot schraubte sich hoch, in engen kleinen Kreisen, wie Wilde-Maus-Fahren, nee, schlimmer als Wilde-Maus-Fahren. Und dann das Geknacke und Geknirsche! Nix mit lautlosem Dahingleiten! Das ganze Dinge ächzte und stöhnte, und wackelte und vibrierte. „Was machen wir?“, fragte ich an. „Wir suchen nach der Thermik, und wenn wir eine gefunden haben, dann geht´s bergauf!“, amüsierte sich der Mann vor mir. „Aha, und die Flügel  brechen auch vorher nicht ab, oder?“, konterte ich, schon etwas fahler. „Nö, nö, meistens nicht, meistens halten die schon“, erklärte der Pilot und schaute mal nach links, mal nach rechts, mal nach unten, mal nach oben, mal zu mir nach hinten. „Alles ok?“, wollte er wissen. „Jo, geht schon, hab vorhin´ne Wurscht gegessen, ich glaub, die war schlecht …“, teilte ich ihm mit und nun amüsierte ich mich über seinen Gesichtsausdruck. „Ist Ihnen nicht gut, also irgendwo liegen da Tüten … nehmen Sie sich doch mal eine … besser rechtzeitig als …“, er wirkte beunruhigt. Aber er schraubte und suchte weiter, immer rundherum, und rundherum, rechts herum, kleine beschissenen Kreise, und stöhnende Tragflächen, und die da unten wurden immer kleiner, und mir wurde immer … immer etwas schwindliger. War es Schwindel? Oder der Blutdruck? Wann war ich eigentlich zum letzten Check? Vielleicht hatte ich ja Zucker? Wie issis wohl, wenn man im Segelflugzeug einen Hörsturz kriegt, dachte ich, gibt´s da Ohrensausen? Aber bei dem Getöse hier oben würde ich mein eigenes Ohrensausen bestimmt gar nicht hören, überhören … und dann? „Schon was gefunden, thermisch, mein´ ich?“, knüpfte ich wieder an, „wie lange müssen wir denn noch … also, geht´s noch viel höher? Und runter dann auch wieder in diesen be…. , also in Kreisen … oder richtig wie sich das gehört?“.
 

„Kommt halt drauf an“, sagte der Cockpitmeister. „Ich hab letzte Woche meinen Looping-Schein gemacht – soll ich mal einen fliegen?“.
„Waaas? Jetzt? Einfach so? Und die Flügel? Die brechen doch ab … also, wie alt ist denn das Gerät überhaupt?“, ich war irritiert, versuchte Haltung zu bewahren, es misslang mir. „So acht Jahre alt, hab ich vom Kumpel übernommen, da bricht nix ab, keine Sorge“, sagte der Looping-Schein-Inhaber. „Nö, Sorgen mach ich mir nicht … was kommt denn nach „Sorgen“, also ich suche ein Wort … wie ist die Steigerung von „Sorgen“? Oder kann man das gar nicht mehr steigern? Sind wir am Limit, grammatikalisch? Nein, keinen Looping, meine Frau wartet bestimmt schon, da, da unten isse!“, stotterte ich, „vielleicht sollten wir zur Landung ansetzen. Wie landet man denn so ein Teil? Rutscht der übern Rasen, oder was?“, wollte ich wissen. „Jo, jo, der rutscht übern Rasen, keine Sorge, ist Ihnen noch schlecht?“. Der Mann fragte mich, ob mir schlecht wäre. Ich hatte gerade die absolut scheußlichsten Minuten meines Lebens hinter mir und wohl noch eine Minute vor mir, und der erkundigte sich nach meinem Befinden. Nett, klar, er konnte ja nix dafür. Meine Frau war schuld … die wollte ja unbedingt fliegen!

Wie wir nun gelandet sind, weiß ich nicht, irgendwie ging´s dann runter und Zack und Rutsch und Klappe auf und Wiedersehn und … da stand sie: Meine Frau. Euphorisiert! „Na, war das nicht irre? Wir sind einen Looping geflogen – ihr auch? Das ist ja ein irres Feeling, das sollten wir auch machen – wir machen einen Flugschein …“. „Liebling, ich will ins Bett, Du fährst!“, sagte ich.

16.2.08 20:02


Nur Fliegen ist schöner

  

Es war das Jahr 1973. Waffenstillstand in Vietnam, Willy Brandt in Israel, Kissinger wurde US-Aussenminister und Günter Netzer wechselte zu Real Madrid, Film des Jahres: „Der Clou“ mit Robert Redford. Wirklich wichtig war allerdings nur eine Begebenheit: Mein erstes Auto!

Ich machte Fahrschule... fahren konnte ich längst, und wie. An den Wochenenden des letzten halben Jahres war ich mit meinem Vater angeln. Er hatte eine Sondergenehmigung besorgt. Wir beangelten einen Kühlwasserauslauf auf Firmengelände, ein riesiges Firmengelände, Hafennähe. Ich war 17 und fragte ihn irgendwann, ob ich nicht mal mit dem Auto ein bisschen rumfahren könnte (denn auf Privatgrund geht das ja). Er stimmte zu. Und so fuhr ich an den Wochenenden Auto, er angelte. Wie ein Berserker muß ich über die Feldwege und Rampen gerast sein. Warum „mein Alter“ einfach gelassen weiter Brassen gestippt hat, während ich das Familienauto zu Schrott fuhr, ist mir noch heute ein Rätsel, aber es war so: Er angelte, ich absolvierte die Rallye Dakar. Wir hatten einen 1700er Opel Rekord mit Lenkradschaltung. Etwas später dann einen Ascona – den Rekord zu flicken hatte sich wohl nicht mehr gelohnt.

Wenige Wochen vor der Fahrprüfung stand für mich mein erstes Auto fest: Ein Opel GT sollte es werden, klar. Zu einer Zeit, in der ein Heckscheibenwischer mehr Aufsehen erregte als 25 Jahre später das Gladbecker Geiseldrama, war der GT der blanke Irrsinn. 90 PS, 200 Spitze, Schlafaugen. Ich holte mir einen der legendären Prospekte: Nur Fliegen ist schöner! Und erklärte meinem Vater, worum es mir ging. Seit einem Jahr im Beruf hatte ich 4500 Mark auf dem Sparbuch.

„Junge, wie soll ich das Deiner Mutter beibringen? Das macht die nicht mit …“, sinierte Pa.
Naja, so eine Mutter sah natürlich ihr Söhnchen im roten Rennwagen schon am nächsten am Baum kleben, war klar, aber ich wollte den GT, unbedingt - ein R4 mit Gardinen an den Scheiben kam nicht in Betracht, überhaupt nicht.
„Gib mir mal zwei Tage Zeit“, sagte mein Vater, „ich will mal sehn, was ich tun kann“.
Nach zwei Tagen gab er mir nach dem Mittagessen durch hoffnungsfrohes seitliches Nicken des Kopfes ein Zeichen und ich verstand sofort: Mutter war sturmreif! Jetzt keinen Fehler machen! Ich ging zu ihr in die Küche, mit einer Flasche Schlehenfeuer und dem GT-Prospekt.
„Kuck doch, Mama, ist der nicht niedlich? Und man muss ja nicht rasen. Und gute Bremsen hatter auch“, gab ich mein Bestes.
„Ach, Junge, wie issis denn mit so einem Ford Capri? Der ist nicht so niedrig …“, versuchte nun Ma ihr Bestes.
„Mama, diese blattgefederte Proletenschleuder? Niemals!“, ich setzte alles auf eine Karte, „entweder den GT oder ich will überhaupt kein Auto, dann hör ich mit dem Führerschein eben auf“.

Zwei Wochen durchstöberten mein Vater und ich schon den Gebrauchtwagenmarkt in der Tageszeitung, dann stand er da: Opel GT, rot, anderthalb Jahre alt, knapp 40 Tausend gelaufen, 6500 Mark – das war er! Und er wurde es auch. Pa bezuschusste mich mit zwei Riesen und dann stand der Rote vor der Tür! Aber ich hatte den Führerschein noch nicht. Nicht enden wollende drei Wochen standen mir bevor, unerträgliche drei Wochen! Aber dann!!! Die kommenden Monate wohnte ich quasi im Opel … Der GT war das unpraktischste Auto schlechthin: Kein Kofferraum, nur Platz für eine Reisetasche hinter den Sitzen. Bei Nässe waren die 90 PS kaum auf die Straße zu kriegen und der Heckantrieb in Verbindung mit der Starrachse machten schnelle Kurven zu einem Erlebnis – Powerslide nannten wir das damals! Mann, machte das Spaß, was für ein Auto! Mit aufgeklappten Schlafaugen gehörte einem bei 200 Sachen die Straße. Was sag ich: Die Welt! Wochenendtouren über die Dörfer lösten bei der Landbevölkerung offenstehende Münder und Stielaugen aus. Ach ja, man müsste noch mal 20 sein … (oder besser doch nicht).

Drei Jahre fuhr ich ihn, und überlebte. Dann änderten sich meine Lebensumstände und ich verkaufte ihn, relativ unsentimental. Mit dem Angeln fing ich erst 30 Jahre später wieder an.

16.2.08 14:32


Nur ein alter Witz

Zwei Holländer besteigen einen Flug nach London. Einer nimmt den Fensterplatz, der andere setzt sich neben ihn auf den mittleren Platz. Kurz vor dem Start setzt sich ein Deutscher auf den Platz am Gang.
Nach dem Start zieht der Deutsche seine Schuhe aus, wackelt mit seinen Zehen und macht es sich gemütlich, als der Holländer auf dem Fensterplatz sagt:
"Entschuldigen Sie, ich muss aufstehen und mir eine Cola holen."
"Bleiben Sie ruhig sitzen", sagt der Deutsche," ich sitze am Gang. Ich hole Ihnen Ihre Cola."
Kaum ist er aufgestanden, nimmt einer der Holländer einen seiner Schuhe und spuckt hinein. Als er mit der Cola zurückkehrt, sagt der andere Holländer:
"Das sieht gut aus, ich hätte auch gerne eine."
Wieder erklärt sich der Deutsche bereit, sie zu holen. Als er weg ist, nimmt der andere Holländer den anderen Schuh und spuckt ebenfalls hinein. Der Deutsche kommt mit der Cola, alle lehnen sich zurück und genießen den Flug.
Als das Flugzeug zur Landung ansetzt, zieht der Deutsche seine Schuhe an und bemerkt sofort, was passiert ist.
"Warum nur?" fragt er, "wie lange wird das noch weitergehen? Dieser Kampf zwischen unseren Nationen. Dieser Hass. Diese Animositäten. Dieses In-die-Schuhe-Spucken und In-die-Cola-Pissen."
14.2.08 07:27


Ohhh, Yogaaaa

Ich mach seit vier Tagen wieder Yoga. Nee, nicht weil´s "in" ist oder mit esoterischem Hintergrund oder sonstwie kompliziert, nee, ganz schlicht und einfach und unglaublich gut!!!

Ich mach das nach einem Buch, ein wirklich erstklassiges und leicht umsetzbares Buch: Das 28-Tage-Programm von Richard Hittleman.

Man macht jeden Tag ein paar Übungen, dauert anfangs zehn Minuten, später dann vielleicht auch 20. Das Buch ist voll mit Fotos und dem dazugehörenden Text, einfach, klar und deutlich.

Jeder Tag baut auf dem vorausgehenden auf, man sollte sich genau an das Buch halten, denn dann klappt´s wunderbar! Schon nach dem zweiten Tag merkt man einen Fortschritt in Gelenkigkeit. Ganz erstaunlich ist das. Nach zwei Wochen sind steife Leute (wie ich, wenn ich monatelang nix mache) verblüffend biegsam und man fühlt sich gaaanz anners!

Ich zieh die 28 Tage jetzt erstmal konsequent durch. Ne Viertelstunde hat man am Tag ja irgendwo immer Platz für Yoga. Hat man erstmal die Grundkondition, dann sucht man sich seine Lieblingsübungen und macht die in eigener Zusammenstellung.

Hier der Link zum Buch:

http://www.amazon.de/Yoga-Tage-Programm-erfolgreiche-Schnellmethode/dp/3572064538/ref=sr_1_7?ie=UTF8&s=gateway&qid=1202927271&sr=8-7

Es gibt das Buch in verschiedenen Ausführungen, auch als Taschenbuch. Ich empfehle das oben verlinkte ausdrücklich! Denn das Auge turnt mit, und wenn man da so ein abgegriffeltes kleines Taschenbüchlein vor sich hat, dann macht´s keinen Spaß!

 Und nun los, Leute, macht mal, es lohnt sich !!!

13.2.08 19:46


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