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Mein schönster Barsch

Im letzten Mai, abends gegen 20.30, in einer kleinen Bucht gewobbelt. Natürlich ist der wieder zurück und LEBT! Momentan ist Schonzeit für Raubfische, ab 15. Mai darf man dann wieder.

13.2.08 09:42


Eskimolied

Ich denke an meine kleinen Abenteuer,

an all meine Ängste, die kleinen,

die so groß mir erschienen.

All die wichtigen Dinge,

die ich brauchte und erlangen musste.

Und doch gibt es nur ein´s,

was groß ist, was allein wichtig ist:

Den Anbruch eines neuen Tages zu erleben,

der die Welt mit Licht erfüllt.

 

13.2.08 09:06


Makrelen in der Packstation

Es gibt doch seit ein paar Jährchen die Packstation von DHL. Eine feine Sache. Man ist zeitlich unabhängig und Spaß macht´s auch noch - meistens!

„Also gut, was soll´s“, sagte ich mir, „irgendwann wird jedem mal das Autoradio geklaut“, und ersteigerte mir bei Ebay ein neues. Das gute Stück wurde an die Packstation geschickt, natürlich! Während des (zugegeben überaus konzentrierten) Einbaus, wurden mir dann die Radkappen geklaut und wieder hatte Ebay das Passende im Angebot - Packstation, logisch. Nun stand ich vor dem gelben Pavillon in freudiger Erwartung meiner Radkäppchen. Goldkarte rein ... und im selben Moment vernahm ich eine seltsam schnurrende Stimme hinter mir:

„Lassen Sie bloß die Finger von dieser Teufelskiste, glauben Sie mir, ein Teufelsding!“. Amüsiert drehte ich mich um. Ein älterer Mann, hager, blaß, etwas runtergekommen, stand hinter mir und trat etwas näher mit konspirativem Gehabe. „Mit dieser Packstation ist der Teufel im Bunde, wenn Sie wüssten ...“ - „Wenn ich was wüsste?“, fragte ich, tippte auf Abbruch, steckte mein goldiges Kärtlein vorsichtshalber tief ins Portemonaie, „nun erzählen Sie mal, nun will ich alles wissen, verstehen Sie, alles!“, alberte ich, und der Hagere erzählte.

Auch er wäre der Werbung auf den Leim gekrochen. Auch er hätte seine Paketpost über die Packstation laufen lassen. Vor gut drei Monaten hätte der ganze Mist dann angefangen. Heute sei er nervlich verwrackt, die Frau weg, keinen Job mehr – nur noch allergisches Liderzittern, autogenes Training, Psychopharmaka. "Beim ersten Mal ging noch alles glatt“, berichtete er, „aber schon die zweite Sendung lag nicht im Fach, stattdessen fand ich vier Pfeffermakrelenfilets und einen 13er Ringschüssel vor. Der Fisch war nicht mal eingepackt, lag einfach so drin. Um den Ringschlüssel war dagegen ein Schleifchen gebunden, und ein Kärtchen: Nun schraub mal schön, stand drauf, keine Unterschrift!“.

„Ach was“, staunte ich, „und wie war der Fisch?“ - „Der war lecker, wirklich, saftig und frisch. Meine Frau fand das auch, hat zwei Filets verdrückt. Nachmittags ist ihr dann schlecht geworden. Sie hat das ganze Badezimmer vollgekotzt und mich dafür verantwortlich gemacht! Da fing´s an, da kam der Bruch ... die Scheißmakrelen haben meine Ehe ruiniert, sag ich Ihnen, diese verdammten Filets!“ - „Tut mir leid, vielleicht renkt sich das wieder ein. Was kam dann?“, neugierte ich weiter.

„Eine Woche später kam dann das Paket von Quelle, mit dem Fön und der Friteuse ...“ - „Bei Quelle kann man Frisösen ordern?“, argwohnte ich. „Ach was, Friteuse, dieses Ding mit dem heißen Fett, kennen Sie so was nicht?“ - „Ach so, kenn ich, logo, bitte weiter“. - „Ja, also das Paket von Quelle, ein großes Paket, im großen Fach – hier, hier, dies Fach war´s“, bedeutete mir der Gewrackte. - „Ja, und, wie weiter?“

„Goldkarte rein, Pin eingeben und auf geht das Fach“. - „Ich weiß, wie´s funktioniert, was war drin – ein toter Dachs?“ - „Toter Dachs, Sie sind gut, wenn´s nur ein Dachs gewesen wäre! Nein, das Quellepaket war drin.“ - „Und?“

"Als ich den Karton eben raushole, da stürmen von beiden Seiten vermummte Typen auf mich zu, hatten sich hinter der beschissenen Station versteckt, und reißen mich zu Boden. Mit Maschinenpistolen, und schreien mich an: Polizei, Arme nach vorne, Beine strecken, ich will die Hände seh´n!"

„Waaas? Und dann?“ - "Dann klärte sich alles auf, so nach und nach, auf dem Revier, vier Stunden hab ich da gehockt, grün und blau, restlos konfus, völlig am Ende!“ - "Was klärte sich auf?“, fragte ich, nun wirklich interessiert. - "Drogen, die haben Drogen vermutet, falsche Ermittlungen oder was weiß ich. Die hielten mich für einen Mafioso, oder Dealer ... ach, hören Sie bloß auf, das war der Anfang vom Ende, von meinem Ende, es ist entsetzlich!“ - „Schon harte Zeiten, was? Sowas wünscht man sich nicht mal im Traum“. - „Im Traum, genau das issis, im Traum. Seit diesem Überfall hab ich Alpträume, schlimmste Alpträume, Nacht für Nacht! Konnte nicht mehr arbeiten, bin dann entlassen worden, die Hölle war das, ist das. Und die Spinner lassen sich über Hartz 4 aus, da kann ich nur lachen, Hartz 4, hahaha!“.

 "Was träumen Sie denn, oder ist das zu persönlich?“ - „Persönlich? Ich habe nichts Persönliches mehr, die Packstation hat mich entpersönlicht, verstehen Sie? Ich will Ihnen sagen, was ich träume: Ich sehe mich selbst vor der Höllenstation stehen, sehe mich die Karte reinschieben und dann höre ich mich schreien, schreien wie verrückt, weil mich irgendetwas in den Schlitz ziehen will! Ich wehre mich, stemme mich dagegen, aber Zentimeter um Zentimeter werde ich in den verdammten Schlitz gezogen. Erst ist die Hand drin, dann der Unterarm ... und ich schreie und schreie, aber niemand ist da, keiner kommt und hilft mir. Dann reißt es mich aus dem Traum. Schreiend stehe ich im Bett, versuche mich gegen den Schlitz zu stemmen – aber es ist natürlich kein Schlitz da! Und ich falle nach hinten um, gegen die Wand. Hier, fühlen Sie mal“, und der Hagere nimmt meine Hand und führt sie an seinen Hinterkopf, „fühlen Sie´s? Ist schon achtmal genäht worden, völlig vernarbt. Schmerzen sind das, glauben Sie nicht!“

Ich war ziemlich geplettet. Der Mann hatte es nicht leicht gehabt. Zudem erinnerte er mich an einen Nachbarn aus früherer Zeit. Der hatte ähnlich verhärmt ausgesehen, hatte von der Stütze gelebt und sich ausschließlich von Kaviar ernährt. Das sei die kostengünstigste Lösung, Eiweiß und Mineralien in komprimierter Form zu sich zu nehmen, hatte der Typ mir damals zu verklickern versucht. Ich hab´s nie nachgerechnet, aber er ist dann gestorben, Fischvergiftung.

„Und das Irrsinnigste kam noch“, setzte das bedauernswerte Packstationsopfer nach einer kurzen Pause wieder an, „ich hatte im Fernsehen so eine Kette für meine Frau bestellt, aus Gold, mit Anhänger, Sie kennen doch diese dämlichen Kaufsendungen, oder?“ - „Jaja, kenn ich.“ - „Wollte die Ehe retten, letzter Versuch, denn sie war längst zu ihrer Schwiegermutter gezogen - hielt meine Zerrüttung, die Alpträume und so nicht mehr aus; verständlicherweise. Ich bin dann 10mal am Tag zur Station gegangen und hab probiert, ob die Kette schon drinlag.“ - „Warum ...?“ - „Handy und PC konnte ich doch nicht mehr bezahlen, also wie sollte ich benachrichtigt werden? Jaja, diese Scheißstation ...“ - „Und dann war die Kette da?“ - „Dann lag eine Sendung im Fach, stand so auf dem Display. Als die Tür aufsprang ... ich hatte schon nichts Gutes geahnt, ich wusste unterbewusst schon ... egal, die Tür sprang also auf und drin liegt eine Tüte mit schmutziger Wäsche. Socken, Unterhosen und so, und ein Zettel. Wenn die Wäsche nicht in drei Tagen gewaschen wieder im Fach läge, dann würde der Absender versuchen, sich das Leben zu nehmen, indem er neben einem Versicherungsvertreter mehrmals tief einatmen würde!“ - „Selbstmord kontra Wäsche, geile Idee!“ - „Das sagen Sie so einfach. Ich konnte die Verantwortung dafür nicht tragen, ich nicht, nicht in meiner Verfassung, ich nicht!“

„Und? Sie haben gewaschen?“ - „Natürlich, und gebügelt, alles tiptop! Mein Therapeut war begeistert - für den geh ich jetzt auch ins Waschcenter, dreimal die Woche ...“

Mein Magen knurrte, vielleicht auch nur ein psychosomatisches Knurren, denn das war schon ein Schicksal, das mir innert einer halben Stunde unterbreitet worden war. Ich war auch verunsichert, wegen des Schlitzes ...

„Wenn ich ihnen einen Tipp geben darf“, und der Gebeutelte legt mir freundlich die Hand auf die Schulter, meine Aufbruchstimmung wohl spürend, „ pfeiffen Sie auf die Packstation, gehen Sie zu Hermes, die machen das gut und preiswerter und Ihnen bleibt vieles erspart, glauben Sie mir, gehen Sie zu Hermes!“.

http://www.dhl.de/dhl?lang=de_DE&xmlFile=53008

12.2.08 19:59


Der Balkon-Hund

Brief an das zuständige Amt. Nach einigen Wochen schrieb ich weitere Briefe an verschiedene Ämter. Bis heute hat sich nichts geändert an der Lage, "es sind einem die Hände gebunden", so die Aussage.

Guten Tag,

in meiner nächsten Nachbarschaft wohnt seit vielen Jahren Herr Sch., den ich vom Sehen (und Erleben) her kenne. Herrn Sch. empfinde ich als einen bösartigen, auf allen Ebenen menschlichen Seins kranken Mann, der vom sozialen Verhalten und den Leberwerten her den Bereich der Tolerierbarkeit längst verlassen hat. Dieser Mann ist mir gleichgültig, vollkommen gleichgültig. Ich würde ihn nicht einmal ignorieren, hätte er nicht einen Hund. Einen mittelgroßen Mischling, nach seinen eigenen Bekundungen ein Kampfhundmischling. Und in der Tat meinte auch ich im Junghund einen Staffordscher Einschlag zu erkennen.

Dieser Hund ist ein überaus bedauernswerter Hund. Nach meinen langfristigen Beobachtungen wird dieser Hund in keinster Weise auch nur annähernd artgerecht gehalten. Ich selbst habe seit über 25 Jahren Hunde; mein Verhältnis zu Tieren ist liebevoll und angemessen – nicht sentimental. Meine Einschätzungen (und mein Empören) begründen sich auf einer durchschnittlichen Hundehaltung im Deutschland des 21. Jahrhunderts, und die ist nicht zuletzt auch in Verordnungen geregelt.

Zweifelsfrei fest steht: Herr Sch. ist aufgrund seiner körperlichen Verfassung und motorischer Intaktheit für jeden klar erkennbar nicht in der Lage, einen Hund dieser Größe zu führen . Herr Sch. hat schon beim „normalen“ Gang um den Block große Schwierigkeiten, von seinem mäßig an der Leine ziehenden Hund nicht umgeworfen zu werden. Fortwährendes Leinerucken (meistens von Flüchen begleitet) zwingen dem Hund das Tempo eines stark geh- und motorikgestörten Alkoholkranken auf, der sich ostentativ den Arm mit einer Blindenbinde schmückt (da die Alkoholkrankheit derart offensichtlich ist, nehme ich mir die Freiheit, das hier so ungeschönt zu benennen). Kommt es zu Begegnungen mit anderen Hunde muß sich Herr Sch. schleunigst ein Straßenschild zum Umklammern suchen und in solchen Situationen schlägt er dann auch auf seinen Hund mit dem hinteren Ende der Leine ein oder versucht durch an Raserei grenzendes Rucken der Lage Herr zu werden.Dieser Hund ist während der vielleicht 4, 5 Jahre seines erbärmlichen Lebens  mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie eine längere Strecke als 200 m am Stück gegangen. Denn der Hund läuft nie frei, er hört auf kein Kommando, er hat keine Bindung zum „Halter“, er hat kein Verhältnis zu Artgenossen, er hat kein Verhältnis zum Leben an sich, denn das wurde und wird ihm auf schlimmste Weise vorenthalten.

In Gesprächen mit den tierliebenden Nachbarn wurde klar: der Hund von Herrn Sch. hat einen täglichen Auslauf von 10 Minuten, d.h. einmal meist vormittags um den Block. In seltenen Fällen habe ich den Hund nachmittags gesehen. Einigkeit herrscht darüber, dass der Hund sehr oft über mehrere Tage überhaupt keinen Gassigang hat. Der Hund lebt auf dem Balkon. Man sieht ihn über die Brüstung schauen, man hört ihn Passanten und Autos anbellen – was soll er anderes machen? Der Ausblick vom Balkon ist sein Leben.

Wie mir zu Ohren kam, ist vor einiger Zeit dem Veterinäramt Mitteilung über die unhaltbaren Zustände dieser Haltung gemacht worden. Das Amt ist wohl auch tätig geworden. Nach meiner Information kam dabei die Auflage an Herrn Sch. heraus, zumindest dafür zu sorgen, dass sein Balkon-Hund in glühender Sonne oder bei eisigen Wintertemperaturen die Möglichkeit haben muß, sich durch die geöffnete Balkontür in die Wohnung zu flüchten. Zugegebenermaßen steht nach meinen Beobachtungen die Balkontür häufig einen Spalt offen – aber bei weitem nicht immer. Wenn der Hund über die Brüstung schaut ist allerdings von unten nicht erkennbar, ob er nicht doch kurz angeleint ist. Bei derart unterbemessenen Gassigängen wird der Hund sich auf dem Balkon lösen müssen, denn verdauen wird er noch.

Die ihm kritisch begegnenden Nachbarn (überwiegend selbst Hundehalter) wurden und werden von Herrn Sch. verbal bedroht. Er würde ihre Hunde allemachen, aus dieser Richtung kommt seine Kommunikation. Meine Frau (in Begleitung unserer beiden Hunde) wurde kürzlich bei einem Zusammentreffen vor unserer Haustür mit der Aussage bedacht: „Hau ab, dumme Pute, sonst lass ich meinen von der Leine, und weißt ja, was da drin steckt …“

Die Drohungen haben bedauerlicherweise ihre Wirkung. Einige Nachbarn scheuen vor einer offenen Auseinandersetzung mit Herrn Sch. zurück. Im Falle einer sich abzeichnenden Lösung zum Wohle des Balkon-Hundes denke ich allerdings, die betreffenden Nachbarn dennoch zu einer Aussage bewegen zu können. Meine Frau und ich sind zwar resistent den Großmäuligkeiten des kranken Herrn Sch. gegenüber. Das Schreckgespenst einer Rache in Form vergifteter Hundekekse verschwindet allerdings nie ganz … Inwieweit der Hund schon verwahrlost ist, wird das Veterinäramt besser und kompetenter beurteilen können als ich aus der Distanz.

Gestatten Sie mir einen vielleicht sentimentalen Schlussabsatz. Komme ich mit meinen Hunden vom Gang an der Weser zurück, dann schaut meistens der Balkon-Hund herunter und bellt beim Anblick meiner Hunde, nicht bösartig, eher verzweifelt. Ich gönne ihm diese Lebensäußerung von ganzem Herzen, mehr Möglichkeiten hat er nicht. Vor einigen Tagen schaute er wieder herunter, aber er bellte nicht mehr. Und als ich nachts nicht schlafen konnte, fragte mich meine Frau: „Denkst Du wieder an ihn?“. „Ja, ich glaube, er hat aufgegeben, er bellt nicht mehr, er wird sterben“. Und dann setzte sich ein Gedanke in meinem Kopf in Bewegung, erst langsam kreisend, dann laut pochend und schließlich dröhnte dieser Gedanke in meinem Schädel, wie die Domglocken zur Ostermesse:

RETTE DIESEN HUND; DU MUSST DIESEN HUND RETTEN; RETTE IHN!

12.2.08 08:25


Schlechte Nacht

Oh mein Gott, so eine bescheidene Nacht, kaum geschlafen. Und warum? Hier ist der üble Täter:

Mittelschnauzer, genannt "Gurke". Gegen 1 Uhr morgens kriegte sie einen Schluckauf. Die große Holz-Schlafkiste für die Hunde steht selbstverständlich bei uns im Schlafzimmer, wo sonst? Dann fing sie also an zu hicksen. Hicks ... Hicks ... Hicks ... Minutenlang. Geht vorbei, dachten wir im Halbschlaf, geht vorbei.

Hicks ... Hicks ... Hicks ...

Der zweite Hund, Entlebucher "Emmi" stieg dann aus der Kiste aus, ging ins Wohnzimmer, hatte die Schnauze voll!

Hicks ... Hicks ... Hicks ...

Ich bin dann hoch, in die Küche, "Gurke" hinterher, ein Stück Brot, lecker, und vielleicht hilft´s, hoffte ich.

Half nicht, Hicks ... Hicks ... Hicks ...

"Ahhh, der blöde Hund", nuschelte meine Frau (meintse natürlich nich so), "soll ich ihr die Notfalltropfen von Silvester geben?".

"Das geht gleich vorbei, Moment noch, schlaf doch weiter, mein Engel".

Irgendwann war´s wirklich vorbei, kein Hicks mehr. Wunderbar! Gerade eingeschlafen wurde ich erneut wach. Fred Astaire steppte über den PVC-Belag! "Gurke" hatte sich vor Jahren mal die Bänder einer Zehe gerissen, und die Zehe war schief angewachsen, was nicht unnormal ist, denn man kann eine Hundezehe schlecht eingipsen, logo. In den annern hatse bisschen Arthrose, naja, mit fast 13 Jahren auch nicht unnormal. Jedenfalls setzt sie ihre Vorderfüße ambitionierter auf als andere Hunde, und auf PVC oder Laminat oder Parkett macht das: Klack ... Klack ... Klack ...

Es war gegen 3 Uhr morgens und mein Schnauzer verspürte, offensichtlich durch´s nächtliche Brotmahl angeregt, Appetit. Sie trippelte zwischen Schlafzimmer und Küche hin und her, Klack ... Klack ... Klack ...

"Geh jetzt in die Kiste, Du kriegst nix, ab jetzt, Schluß und AUS!", donnerten wir ihr entgegen, nun leicht gereizt. Sie schlich in die Kiste, legte sich auch hin, wunderbar. Nach ein paar Minuten drang ein Geräusch aus der Kiste, erst ganz leise, dann etwas lauter, dann penetrant! Sie winselte, atmete gepresst, sie weinte. Oder wollte sie uns um den Verstand bringen? Möglich.

Nach weitern Zurechtweisungen inklusive diverser Kraftausdrücke, die ich hier nicht wiederholen will, trat dann eine Art von Ruhe ein. Es war gegen 4 Uhr morgens. Eine Stunde später wurden wir ein letztes Mal für diese Nacht aus den Alpträumen gerissen: Blaumeise! Wir haben auf unserem Balkon einen Meisenkasten, einen Nistkasten aus Holzbeton mit drei Einfluglöchern, der letzte Schrei. Der hängt in der Ecke an der Schlafzimmeraussenwand. Jedesmal, wenn ein Vögelchen ins Loch fliegt, und das machen unsere Meisen im Affentempo, virtuos kurz am Lochrand landen und Zack rein. Dieses Landen macht ein leises Tick ...

Gut, ich bin dann aufgestanden und hab Frühstück gemacht, Honigbrote, Bananen, Birnen, eine Mango und Milchkaffee. Die Sonne zeigte sich, ein herrlicher Tag stand uns bevor.

10.2.08 14:03


Blöde Frage

Anfrage eines Anglers: "Ich hoffe, dass ihr ein paar Tips habt für einen Hund, der gerne angeln geht".

Also, Tombi, ich weiß ja nicht, wie ernst Du´s meinst … aber falls Du´s ernst meinst mit einem Hund, dann möchte ich Dir was dazu sagen, ok?

Anders als beim Angeln funktioniert das „learning by doing“ im Umgang mit Hunden überhaupt nicht! Warum nicht? Wenn man mit dem Angeln anfängt und keine oder wenig Ahnung hat, dann macht man ne Menge Fehler: Man kauft preisgünstiges Gerät und stellt später fest, dassis Mist ist und kauft noch mal. Man angelt im falschen Gewässer an den falschen Stellen mit den falschen Methoden und hat wenig Erfolge. Man macht dann seine Erfahrungen, lernt daraus und kann seine Fehler korrigieren. Nach zwei, drei Jahren klappt´s dann ganz gut.

Bei Hunden klappt das so nicht, GAR NICHT! Paar Beispiele: Du kaufst Dir einen Hund, der wesensmäßig nicht zu Dir und Deinem Umfeld passt. Du kaufst ihn bei einem schlechten Züchter zum günstigen Preis. So. Nun haste einen unglücklichen, kranken und schlecht sozialisierten Hund – diesen Fehler kannste nicht mehr korrigieren!

Weiter: Du machst in den wichtigen ersten drei Monaten nachdem Du Dir den acht Wochen alten Welpen ins Haus geholt hast, die verbreiteten elementaren Fehler. Weil Du wenig Ahnung und wenig Zeit hast, wird der kleine Hund nicht angemessen in sein späteres Leben „eingewiesen“. Ein Stadthund muß mit Verkehrslärm etc. umgehen lernen, mit Menschengewimmel (am Samstag in der City), mit Treppen, verschiedenen Untergründen, er muß lernen in der Pizzeria ne Stunden ruhig unterm Tisch zu liegen oder mit dem Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln klarkommen, und und und. Ein Landhund muß andere Sachen lernen, keine Hasen und Hühner jagen, auf Trecker aufpassen usw. Ein Hund, der in seinen ersten Lebensmonaten keine Straßenbahnfahrten kennengelernt hat, wird immer unsicher sein oder ängstlich, und das kannste auf alles übertragen. Du hast vielleicht schon mal von den „Labor-Beageln“ gehört, die von der Welt da draussen nix mitgekriegt haben. Die müssen dann als erwachsene Hunde die banalsten Dinge lernen und bleiben ihr Leben lang unsicher und ängstlich. Also gut, Du hast die ersten drei Monate wenig Zeit gehabt … und hast nun so einen „Labor-Hund“ – das kannste nicht mehr korrigieren!

Weiter: Weil Du wenig Ahnung hast, geht Dein Hund nicht so exakt bei Fuß, wie Du gern möchtest (warum auch? Wie soll ein Hund begreifen, dass es wichtig ist, mit der Nase zentimetergenau auf Kniehöhe seines Herrn zu gehen?). Und in Deiner Ungeduld fängste an zu schimpfen und an der Leine zu rucken. Das machste eine Woche so und hast dann einen Hund, der ungern mit Menschen kooperiert und zusammenarbeitet – Du hast nun einen Hund, der zwar bei Fuß geht, aber mit hängendem Kopf und eingeklemmter Rute, weil er ja immer damit rechnet, aus seiner Sicht völlig willkürlich wieder diesen mörderischen Ruck in die Halswirbelsäule zu kriegen. Das kannste nicht mehr korrigieren.

Ich könnte diese Reihe noch lange fortführen – aber Du wirst längst begriffen haben, was ich ausdrücken will. Es hat seine Gründe, warum in diesem reichen und tierlieben Land die Tierheime aus allen Nähten platzen. Und wenn ich´s etwas ketzerisch formulieren darf: Einer der Hauptgründe äußert sich in der Frage 
„Ich hoffe, dass ihr ein paar Tips habt für einen Hund, der gerne Angeln geht“.

Lieber Tombi, Du MUSST Dich vorher, bevor Du Dir einen Hund kaufst, ausgiebig informiert haben. Und zwar geht´s nicht um irgendwelche hochtrabenden Erkenntnisse über Caniden im Allgemeinen, Rangordnung im Wolfsrudel und so, nee, Du musst Dir eine Beurteilungsgrundlage schaffen – damit Du einen guten von einem schlechten Züchter unterscheiden kannst, damit Du eine gute von einer schlechten Hundeschule unterscheiden kannst (mindestens sieben von 10 sogenannten Hundeschule kannste inner Pfeife rauchen, die verdienen gut mit „Leuten wie Dir“ -is nicht bös gemeint-, aber die Hunde ham nix davon), Du musst auch einen guten von einem schlechten Tierarzt unterscheiden können und Du musst einschätzen können -und zwar selbstkritisch!-, ob ein Hund wirklich die nächsten 15 Jahre in Dein Leben passt, auch wenn´s regnet, wenner mal krank ist oder alt und klapprig wird, und man die letzten zwei Jahre mit ihm nicht mehr in den Urlaub fahren kann und darum selbst auch nicht!

Nun zu Deiner Grundfrage: Welche Rasse? Wenn Du Dich in den kommenden Monaten eingehend mit Hunden befassen wirst (ich hoffe das sehr! Und nachher sag ich Dir die drei Bücher, die Du dazu brauchst) - nebenbei bemerkt dauert es neun Monate, bis ein Mensch geboren wird, eine gute Zeit auch für die Vorbereitung auf einen Hund-, wenn Du Dich also ausgiebig befasst hast, dann wird sich die Frage nach der Rasse oder ob es überhaupt ein Rassehund sein soll, nicht mehr stellen – dann WEISST Du, welcher Hund zu Dir passt!

Es gibt Männer mit kleinem Ego und vermutlich auch einem kleinen Penis (hahaha), die brauchen einen Riesenschnauzerrüden, logo! Nach anderthalb Jahren ist der Rüde erwachsen und weiß längst, dass er von Idioten umgeben ist, denn Hunde sind hochkomplexe Sozialwesen, die kann man nicht belügen, die durchschauen jede Aufgeblasenheit. Und eines Tages wird dann der besagte Riesenschnauzerrüde seinem Herrn ganz direkt und lange in die Augen blicken, und nicht blinzeln. Und dann wird er die linke Leftze leicht zuckend anheben. Und sein Herrchen wird einen zweieinhalb Zentimeter langen, schneeweißen Fangzahn aufblitzen sehen, und von da an wird klar sein, WER Herr im Haus ist! Natürlich landet der Rüde im Tierheim … Herdenschutzhunde, Huskies oder hochspezialisierte Jagdgebrauchshunde für den Hausgebrauch zu halten ist ein Verbrechen! Ein Züchter, der Bordercollies an normale Leute (kleine Wohnung, kleine Kinder, wenig Zeit und keine Ahnung) abgibt, gehört mit Benzin übergossen und angezündet!

Ein zufriedener Hund braucht drei, nur drei Dinge: Bewegung, Führung und Zuneigung. Und zwar in genau dieser Reihenfolge und Gewichtung. Millionen Jahre Evolution haben Wolf und Hund (den seit 15 Tausend Jahren) zu Hochleistungssportlern gemacht, zu Hetzjägern mit großer Ausdauer, is ja bekannt. Selbstverständlich braucht ein kleiner Hund weniger Auslauf als ein großer. Ich hab zwei mittelgroße (ca. 18 kg bei 50 cm), die sind täglich im Schnitt zweieinhalb Stunden oder am Rad 20 km unterwegs. Was Zuneigung ist, muß nicht weiter erklärt werden und was unter „Führung“ zu verstehen ist, das erarbeiteste Dir am Besten selbst!

Die drei Bücher (es gibt hunderte, diese drei sind die brauchbarsten, kompetentesten):
Günther Bloch, Der Wolf im Hundepelz
Anton Fichtlmeier, Grunderziehung für Welpen
Heinz Weidt/Dina Berlowitz, Spielend vom Welpen zum Hund (wird nicht mehr aufgelegt, bei Amazon gebraucht zu kaufen, ziemlich teuer und sehr wichtig!)

So, Tombi, hoffentlich bleiben Deinem Hund die schlimmsten Fehler erspart … Gruß Ralf

 

9.2.08 21:44


Einen noch

Hatte mir bei Amazon ein Kunstbuch bestellt und eben aus der Packstation Utbremer Straße abgeholt. Da ich zum Wenden nicht bis zum Piccadilly Circus durchfahrn wollte, überfuhr ich dreist die durchgezogene Linie, wie immer. In der Grenzstraße spiegelte dann der Rückspiegel eines dieser kleinen blauen Polizeiautos mit rot blinkender Leuchtschrift.
„Oh, wie nett“, dachte ich, „wie feierlich“. Und da es zu dieser Zeit ausser den Girlanden prächtigster Polypen in meinen Nasennebenhöhlen nix Feierliches gibt, genoß ich die roten Birnchen. An ein Lesen der Schrift war ohne Brille nicht zu denken. War auch nicht wichtig, und so tuckerte ich unbeeindruckt weiter, den alten Mike-Krüger-Song summend: „Nachtblind, übermüdet, fahr ich mit 40, linke Spur …“.
Irgendwie teilten aber die freundlichen Helfer meine gute Laune nicht und rauschten ziemlich unsensibel dicht auf. Nun konnte ich die Leuchtreklame lesen: STOP.
„Also gut, Jungs,“ nuschelte ich mir zu und stellte die Kopfstütze einen Hauch höher, „l' État c'est moi – laß fallen Anker!“.

Obwohl mich die Polizeifrau in Gestus und Gehabe mehr an eine Aushilfsdomina erinnerte, kam dann doch ein zärtliches Gefühl in mir auf – als ihre Authorität diesen so wohltuenden Knacks bekam … beim Protokollieren des eigenen Auffahrunfalls. Tja, nobody is perfect, nech.

Später, beim Blättern im Kunstbuch, stieß ich auf Dali, Salvadörchen, und sein Gemälde „Der Thunfischfang“. Ein mörderisches Ding, ährlich! Ich hängs mal ran, vergrößert erkennt man mehr.

„Kuck Dir das mal an“, nötigte ich meine Frau, aber die stand noch im obligatorischen Kopfstand am Ende jeder Yoga-Session.
“Geht jetzt nich, was is denn zu sehen?“, die gepresste Antwort.
„Naja, Himmel, Meer und Möwen, Thunfische, und Kerle wie hautüberzogene Granitblöcke“, dozierte ich, „und das ewige Lied vom Sterben, diesmal besonders schrill gesungen …“
„Ach, Gott, immer dieser Machokram. Der Dali hatte doch sowieso einen am Leuchter, oder? Lebt der eigentlich noch?“.
„Nee, aus dem sind die Würmer längst wieder raus“.
„Na, dann bin ich beruhigt“, lästerte sie. Komisch, sogar im Kopfstand verliert sie nie den Überblick, aber das Gemeinste kam noch.
„Der blöde Dali hätte ja deine Stintefänger am Weserbahnhof mal malen können, nä, wie sie mit der Senke im Anschlag am Geländer hängen. Viel Farbe hätte der da auch nicht verbraucht, bei den Feinschmeckern in Wehrmachtspelle oder Hartz 4-Blazer, Klamotten oliv, Spundwand grau, Gesichtsfarbe auch, nur die Stinte sind bunt, oder, bläulich, nech?“, lief sie zur Höchstform auf.
„Läster Du nur“, schleuderte ich zurück, „sach mal, ist bei der Übung eine gewisse Relation von Halsdurchmesser und Hüftumfang nicht von Belang?“.
„Du solltest auch mal was machen, auch für alte Männer ist ein gekräftigter Beckenboden von Vorteil – ich sage nur: Prostata!“, parierte sie.
„Nö, keine lebensverlängernden Maßnahmen, wozu hab ich eigentlich die Patientenverfügung gemacht? Die Welt rauscht in die Grütze und ich sitz da mit einem Beckenboden wie ne Fiberglasmatte und summe die Nationalhymne, was?“, gab ich zu bedenken.

Sie rollte gekonnt ab, stand wieder auf den Füßen. „Zeig mal, das Bild mit der Thunfischdose. Au Backe, so ein Mist! Männlichkeit im Wandel der Zeit, schlimm, schlimm!“.
„Sach mal, mein Hamster, ich hab doch im letzten Jahr nur drei Fische gefangen, nech, zwei gute Barsche und den 50er Aland. Mit annern Worten: ich hab versagt, da lachen doch die Fische – und Du? Ich meine, wie findest Du mich … als Angler ... und als Mann … ein Mann, ein Wort, ein Fisch … verstehst, was ich meine?“.
„Aber, mein Tapir, als Angler find ich Dich sehr tierlieb, gefällt mir. Und als Mann? Weisste doch, haste doch früher immer selbst gesagt: Es gibt keinen falschen Mann im richtigen Kondom. Na siehste, alles im grünen Bereich, mach Dir keinen Kopp, bin ja froh, dass Du nicht auf die Jagd gehst. Hin und wieder ein Fischlein … füttern …“, grinste sie mir ins Antlitz. Und so neigte sich der Tag seinem Ende.

Hier: http://www.ar.wroc.pl/~zimny/dali/d3.jpg

9.2.08 21:31


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